Buntbarsch Hobbyzucht

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Wissenswertes

Da es zum Thema Malawibuntbarsche unzählige Fachbücher gibt und auch das Internet voll davon
ist, habe ich die Beschreibung eher Allgemein gehalten und durch persönliche Erfahrungen ergänzt.

Einrichtung:

Es ist für Malawis grundsätzlich keine Bepflanzung der Becken nötig, bzw. eher unnatürlich, denn
auch im Malawisee gibt es nur sehr wenig Bewachsung. Der meiste Teil ist sandig bzw. felsig. Sollte
man aber nicht auf Pflanzen verzichten wollen, sollte man beachten keinen Urwald zu bauen, denn 1.
ist das wie oben erwähnt, unnatürlich für die Fische und 2. sollte man sich auf sehr robuste Pflanzen
beschränken, wie z.B. vallisneria gigantea. Meine Erfahrung zeigt, dass die Pflanzen ausgegraben
werden, denn ein Malawi akzeptiert keinerlei „Unrat“ in seinem Revier. Man glaubt nicht zu welchen
Kraftakten diese Baumeister fähig sind. Auch eine Beschwerung mit Steinen brachte keinen Erfolg,
da sie sich dann kurzer Hand entschlossen, die Pflanzen einfach abzufressen. Ergo…meine Becken
sind nicht bepflanzt. Was aber sehr wichtig ist, sind Felsen und zwar nicht nur einer, sondern am
besten richtige Steinaufbauten. Buntbarsche haben feste Reviere. Die Grenzen werden immer von
Felsen oder Steinen begrenzt. Außerdem bilden sie einen nicht zu unterschätzenden Sichtschutz.
Ich habe festgestellt, dass je mehr Felsen, Höhlen und Nischen ich baue, desto kleiner fallen die
Reviere aus und ruhiger und weniger aggressiv sind meine Fische. Gibt man den Fischen nicht die
Möglichkeit die Revierbildung „auszuleben“ setzt man sie sehr schnell unter Stress und das hält
kein Malawi lange aus. Gestresste Tiere nehmen sehr schnell ab und sind dann sehr anfällig für
verschiedene Krankheiten. Was zum Thema Sand unbedingt beachtet werden sollte: Auf keinen Fall
sind scharfkantige Sandkörnungen zu verwenden, denn die Fische sieben Futter aus dem Sand, d.h.
sie nehmen den Sand auf und Filtern in der Natur Krebstiere, Würmer, etc. heraus. In unserem Fall
dann das gereichte Futter. Sollte scharfkantiger Sand verwendet werden verletzen sich die Tiere
im Maul und an den Kiemen. Im schlimmsten Fall fällt ein Fisch nach dem Anderen aus und man
hat keine Ahnung woran das liegen könnte. Ein ständig entzündetes Maul führt zwangsläufig zur
Schwächung eines Fisches. Meine Becken sind ausnahmslos mit originalem Malawiseesand befüllt.

Temperatur:

Die Temperatur liegt in meinen Becken zwischen 25-27°C. Bitte heizt Eure Becken NUR mit
Regelheizern, auf keinen Fall mit Bodenheizung. Die Fische werden die Spiralen über kurz oder
lang freilegen, im schlimmsten Fall im Urlaub. Ein weiteres Problem liegt im Hitzestau, denn der
empfohlene Bodengrund ist Sand und dieser isoliert sehr gut und es kann aufgrund von Überhitzung
die Bodenplatte reißen, das passiert natürlich auch meist zum günstigsten Zeitpunkt, nämlich in
Abwesenheit des Pflegers!

Filterung:

Gefiltert werden meine Becken ausnahmslos durch Hamburger Mattenfilter (20 PPI). Es gibt
üblicherweise Filtermatten mit 10, 20, 30 und 45 PPI. Häufig findet man auch nur die Angabe
“grob” (10 PPI), “mittel” (20 PPI), “fein” (30 PPI) und “sehr fein” (45 PPI).
Ich habe in meiner Anfangszeit auch Innen-, sowie Außenfilter probiert und komme zum
Entschluss, dass an die Filterleistung eines HMF kein anderer Typ herankommt. Dabei ist es
fast egal ob dieser mit einem Luftheber (bei nicht zu langen Becken), Innenfilter oder einer
Strömungspumpe betrieben wird. Hauptsache die Literleistung der Pumpe passt. Als Grundregel
gilt, das die Durchflussmenge der Pumpe, das 4 fache des Beckenvolumens per Stunde betragen
sollte.

Als Beispiel:

Ihr habt ein 500 Ltr. Becken, dann würde ich eine Pumpe mit einer Durchflussleistung von 2000 Ltr.
pro Std., oder 2 Pumpen mit jeweils 1000 Ltr. Förderleistung empfehlen.
Ich habe alle Pumpenvarianten in Betrieb und muss sagen, es ist Geschmackssache. Mit dem
Innenfilter in den Juniorbecken habe ich ein bisschen klareres Wasser, denn er filtert die
Schwebstoffe besser heraus. Im großen 250 cm Becken habe ich zwei „normale“ Umwälzpumpen
hinter dem HMF und das Wasser ist auch annähernd glasklar. Im Babybecken arbeite ich wegen der
geringeren Strömung lieber mit einem Luftheber. Egal für welche Variante ihr Euch entscheidet,
achtet auf die Einbringung von Sauerstoff. Bei Lufthebern ist es sowieso gewährleistet, aber bei den
Innenfiltern und Umwälzpumpen sollte immer eine spezielle Luftdüse angebracht werden. Ferner
ist zu beachten, dass der Ausströmer immer möglichst weit von der Ansaugung entfernt ist, damit
das komplette Becken umgewälzt wird. Deswegen empfehle ich bei langen Becken KEINE Luftheber,
denn sie strömen sofort nach der Matte aus.

Beleuchtung:

Auch hier habe ich anfangs alle Varianten ausprobiert und muss sagen, die beste Variante ist die
Beleuchtung per LED. Warum? Weil sie lange nicht so oft ausgewechselt werden müssen und wir
keine UV Strahlen brauchen um ein Wachstum der Pflanzen zu erreichen. Den Fischen ist es ziemlich
egal mit welcher Art von Licht sie versorgt werden. Ich empfehle hier eine Mischung aus kaltem und
warmem Licht. Meine Erfahrung zeigt, dass es weniger darauf ankommt welches Licht zum Einsatz
kommt, sondern dass es langsam hell wird. Aus diesem Grund habe ich in meinem großen Becken
eine „Rising Sun“ Anlage verbaut. Hier wird Mithilfe von Tageslicht, rotem, blauen und gelben Licht
ein Sonnenaufgang sowie Untergang simuliert, indem sich die versch. Farben programmiert mischen.
Vor und nach Sonnen Auf,- und Untergang ist dann das Mondlicht in Betrieb. Dadurch habe ich
wesentlich ruhigere Fische und kann im Mondlicht das ein oder andere Mal die trächtigen Weibchen
im Mondlicht beobachten wie sie im Schutze der Dunkelheit ihre Babys schwimmen lassen. Einmalig!

Besatz/Vergesellschaftung:


Grundsätzlich gilt, dass Malawis keine lieben Fischchen sind, sondern es sind und bleiben räuberische
Barsche. Es gibt ruhige Gesellen, sowie auch aggressive Artgenossen, die Euer Becken so richtig
in Schwung bringen. Grundsätzlich kann man Fischen versch. Wesenszüge zuordnen. Aber……..
Ich vergleiche das gerne mit den Sternzeichen beim Menschen. Da heißt es auch immer, der
Löwe z.B. ist ein lauter Zeitgenosse, eingebildet, etc. Das trifft vielleicht auch auf 90% der Löwen
zu, aber die anderen 10% sind aber eher „normal“ oder gar ruhig. Genauso ist´s bei Malawis. Ihr
könnt bei 10 Otopharynx tetraspilus (meine Lämmchen) 9 ruhige Gesellen haben und 1 Kamerad
baut euch das ganze Becken auseinander. Ist wie im richtigen Leben, es gibt immer ein A****. ;o)
Kommen wir nun zum Streitthema Nummer 1, nämlich der Besatzdichte. Meine Erfahrung hat
gezeigt, dass tatsächlich ein leichter Überbesatz stressfreier für meine Tiere ist, grade wenn man
Farbähnliche Tiere miteinander hält, da sich die Aggression auf mehrere Tiere aufteilt. Fatal ist
natürlich z.B. eine Haltung von Aulonocara jacobfreibergi mit einem Aulonocara sp. „Red Rubin“,
denn beide sind sehr ähnlich gefärbt. Wenn hier nicht viel Platz vorhanden ist, um sich aus dem
Weg zu gehen und zu wenige Sichtbarrieren eingebaut sind, führt es zwangsläufig zum Desaster.
Hier wird ein Männchen den Kürzeren ziehen und auf Dauer verenden, denn diesen Stress hält
keiner lange durch. Deshalb empfehle ich immer verschieden gefärbte Tiere in einem Becken
zu halten. Die Ausnahme scheint hier nur Labidochromis caeruleus zu sein, egal mit welchen
Fischen sie Vergesellschaftet werden. Ich habe bei ihnen noch nie erlebt, das sie sich streiten, außer
untereinander und diese Streits sind auch sehr schnell wieder beendet, auch wenn die andere Art
wie z.B. Aulonocara Maleri einen sehr hohen Gelbanteil hat. Sollte aber ein Bock in der Balz sein,
ist es egal ob er vorher ein Lamm war, oder eher der Wolf im Becken, er akzeptiert in diesen Tagen
KEINEN anderen Fisch in seinem Revier. Also ruhig Blut, das gibt sich schnell wieder. Gefährlich wird
es erst, wenn man beobachtet, dass ein Fisch ständig den Gleichen jagt, dann muss man eingreifen
und die beiden Streithähne trennen!

Wer kann mit wem?

Aulonocara untereinander sollte man, wenn überhaupt nur aus versch. Gruppen (siehe unten) vergesellschaften
und dann nur verschiedene Färbungen! Aulonocaras vertragen sich sehr gut mit Otopharynx, Protomelas und
Placidochromis, wie mein Becken zeigt.

Zum Beispiel werden Aulonocara Arten in 4 Gruppen unterteilen (zu jeder Gruppe mal ein paar Beispiele):

1. Sandbewohnende Gruppe
- Aulonocara aquilonium
- Aulonocara rostratum
- Aulonocara guentheri
- Aulonocara gertrudae

2. Chitande Gruppe
- Aulonocara ethelwynnae
- Aulonocara maylandi
- Aulonocara kandeense
- Aulonocara saulosi

3. Jacobfreibergi Gruppe
- Aulonocara jacobfreibergi
- Aulonocara lwanda
- Aulonocara walteri

4. Stuartgranti Gruppe
- Aulonocara stuartgranti
- Aulonocara baenschi
- Aulonocara hueseri
- Aulonocara koningsi

Solltet ihr keine Nachzuchten haben wollen, dann spielen die Gruppen, bis auf die Farbwahl keine
Rolle. Wer aber mal „seine“ Babys gesehen hat, um den ist es meist geschehen und schon steht das
erste kleine Becken. Deswegen würde ich gleich beim ersten Besatz darauf achten, dass man züchten
könnte! Hybriden, also Mischungen der Arten sind VERBOTEN und dürfen nicht verkauft werden!
Verpaarungen von Tieren aus verschiedenen Gruppen sind nahezu ausgeschlossen!

Futter:

Ich füttere ausschließlich hochwertige Produkte. Meine speziellen Futtermischungen werde ich
natürlich hier nicht preisgeben. Wer sich allerdings bei mir Fische kauft, dem wird dieses kleine
Geheimnis auch verraten. Nur so viel: es kommt bei mir kein Farbzusatz, etc. zum Einsatz. Meine
Fische haben ihre Farben von Natur aus, da Nachzuchten von F1 Fischen und werden nicht speziell
fotographiert, etc.!

Fertige Produkte, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe, möchte ich Euch

trotzdem empfehlen:  1.Sera San Flockenfutter

                                2.Tropical Flockenfutter

                                3.Guggenbühl Flockenfutter

Farben/Farbwechsel:


Das Thema der Farben der Fische möchte ich hier extra nochmal ansprechen, denn ich bin am Anfang
auch immer darauf reingefallen und habe aus einem Zuchtbecken immer „den“ Fisch haben wollen,
obwohl ein anderer viel leichter zu fangen gewesen wäre. Blödsinn… Sollten mehrere Böcke in einem
Becken unterwegs sein, dann wird sich immer nur ein Bock komplett färben und das ist der Chef. Die
anderen färben nicht durch um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Ist der Chef aus dem Becken, färbt
sich sofort der nächste Bock voll durch. Also sobald man zweifelsfrei erkennen kann welchen
Geschlechts das Tier ist, ist es egal welchen ihr nehmt, denn färben wird sich der blasse Kamerad
sobald er in sein neues Zuhause einzieht. Was grundsätzlich zur Grundfarbe zu beachten ist, sind die
Farben von Bodengrund, Rückwand und die Beleuchtung. Je heller ein Becken ist, desto heller, bzw.
blasser sind die Fische. Natürlich solltet ihr keine schwarze Wand, schwarzen Sand und gedimmtes
Licht verwenden. Aber gedimmtes Licht mögen die Malawis eh lieber als grelles Licht. Beim
Bodengrund kann man verschiedene Farbtöne mischen und die Rückwand sollte nicht unbedingt
weiß sein, denn man will ja seine Fische auch in voller Farbenpracht sehen und in Szene setzen, sonst
kann ich mir auch Brassen ins Becken setzen. ;o) Auch der Gemütszustand spielt bei den Tieren eine
große Rolle, so sind sie z.B. in der Balz fast nicht wieder zu erkennen und zeigen Farben, das man
meinen könnte, man hat einen neuen Fisch in seinem Becken. Mein Otopharynx z.B. ist ab dem
Kiemendeckel nach hinten dann komplett schwarz. Wahnsinn. Diese Farbwechsel kann der Fisch
innerhalb einer Minute vollziehen! Grundsätzlich gilt zur Färbung der Tiere, dass die Farben der Tiere
in jeder Generation abnehmen, d.h. ein F4 Fisch (4. Generation nach dem Wildfang) wird nie an die
Farbenpracht eines F1 oder F2 herankommen. Ist bei mir kein Problem, denn ich habe max. F1 Tiere.
Was mich ein wenig verwunderte, ist die Tatsache, dass manche Nachzuchten schöner gefärbt sind
als die Elterntiere. Sowas lässt einem ja keine Ruhe, denn es verstößt ja gegen die Regel. Recherchen
haben ergeben, dass es bei F2 Nachzuchten durchaus so sein kann und dies auch bei anderen
Züchtern vorkam. Mir soll´s recht sein, wer hat nicht gern hübsche Fische?
Anders läuft es bei Zuchtformen, denn bei Ihnen werden, bzw. sollten immer Tiere mit besonders
schönen Farben gekreuzt werden um einen schönen Farbverlauf und Farbtöne zu züchten.

Soo…das dürfte es erstmal für den Allgemeinen Teil gewesen sein. Sollte mir noch was einfallen,
werde ich es ergänzen.

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